Durch die Globalisierung und die steigende Digitalisierung nimmt der Konkurrenzdruck auf dem Arbeitsmarkt immer weiter zu, wodurch neue Chancen, aber auch neue Risiken entstehen. Mit Werkverträgen und den dazugehörigen Werkvertragsunternehmen kann ein Unternehmen sowohl auf diese Chancen eingehen als auch die Risiken abfedern.
Wie können Sie mit der Entwicklung arbeiten?
Möchten sich Unternehmer neuen Herausforderungen erfolgreich stellen, müssen sie sich der Situation zunächst annehmen. Sprich, anstatt gegen den Konkurrenzdruck zu arbeiten, können sie diesen für sich nutzen, um darin die Motivation zu finden, den eigenen Betrieb zu modernisieren und der Konkurrenz ihrerseits voraus zu sein.
Dank der Digitalisierung lassen sich nicht nur neue Absatzwege erschließen und über neue Formen des Marketings Kunden gewinnen – Unternehmen können sich ohne weiteres neue Marktnischen erschließen. Nicht zuletzt ergeben sich auch unendlich viele neue Kommunikationsmöglichkeiten.
Nicht nur lassen sich virtuelle Meetings über mehrere Kontinente hinweg abhalten, auch lassen sich ganze Online-Unternehmen gründen. Die Organisation eines Lagers kann durch Konsultierung eines Werkvertragsunternehmens gemanagt werden. Innovative Tools erlauben es, mehr und mehr Arbeiten auszulagern, wodurch sich der Hauptbetrieb auf seine Kernaufgabe konzentrieren kann.
Andere Bereiche kann das Unternehmen dann externen Teams per Werkvertrag übertragen, die ihrerseits Experten in ihrem Fachbereich sind. Dadurch werden im Hauptbetrieb mehr Kapazitäten frei und die Arbeit wird von Experten ausgeführt.
Wie können Sie mit Werkverträgen die Personalplanung vereinfachen?
Anstatt also einen ständig wachsenden Personalpool vorzuhalten und alle Prozesse selbst zu erledigen, kann ebenso gut ein kleinerer Pool die Hauptleistung erbringen. Andere Prozesse übernehmen externe Leistungserbringer. Das vereinfacht die Personalplanung, das Management an sich und die Anforderungen an das Stammpersonal.
Für alle Beteiligten stellt dies eine Verbesserung dar. Der Kernbetrieb kann seine Effizienz im Rahmen des Kerngeschäfts verbessern und das Werkvertragsunternehmen spezialisiert sich in seinem jeweiligen Nischenbereich. Damit können alle Beteiligten mit der Zeit Kosten senken. Für den Hauptbetrieb entfällt außerdem die ständige Suche nach qualifiziertem Personal außerhalb des Kerngeschäftes.
Was sind die Trends auf dem Arbeitsmarkt?
Der Arbeitsmarkt und die Bereitstellung von Arbeitskräften zu erschwinglichen Preisen sind im Hinblick auf die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung von großer Bedeutung. Werkverträge bieten hier eine wertvolle Unterstützung. Mit ihnen lassen sich Sicherheitsmargen bilden, denn sie erlauben es Unternehmen, schnell und flexibel auf die Auftragsentwicklung zu reagieren. Darüber hinaus können sie in folgenden Bereichen für Verbesserung sorgen:
- Die Abfederung des Fachkräftemangels
- Eine unzureichende Nutzung des Potenzials an Arbeitnehmern
- Mehr Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt
- Ein höherer Bedarf an Bildung, Qualifikationen und Erfahrung
- Einbindung weiterer Arbeitskräfte
Wie erfolgt die Abfederung des Fachkräftemangels?
Der Fachkräftemangel ist kein neues Phänomen. Bereits seit Jahrzehnten kündigte er sich an und wiederholt wurde vor ihm gewarnt. Inzwischen sind weitestgehend alle Branchen in Europa betroffen. Sowohl der demografische Wandel als auch der Unwille vieler, rechtzeitig zu reagieren, stellen die Hauptursachen dar.
Durch Werkverträge und die Beauftragung von Werkvertragsunternehmen sind Unternehmen in der Lage, wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Dafür bringt der Werkvertrag genau die Flexibilität, die benötigt wird, um saisonale Schwankungen abzudecken. Ist nicht genügend Personal vorhanden, überträgt die Firma den jeweiligen Geschäftsteil an ein Werkvertragsunternehmen.
Fachkräfte können so betriebsübergreifend und sogar branchenübergreifend eingesetzt werden. Besteht ein Bedarf an einer Expertise – zum Beispiel an Elektrikern – kann das Werkvertragsunternehmen oder der Freelancer von Branche zu Branche wechselnd entsprechende Aufgaben übernehmen.
Ein solches Expertise-Sharing bringt gleich zwei positive Entwicklungen mit sich. Für den betreffenden Freelancer bzw. das Werkvertragsunternehmen ergeben sich viele neue Aufträge. Verbunden mit der gesammelten Expertise steigt die Qualität der Arbeit und damit auch die Entlohnung stetig. Zugleich sinken für die Bestellunternehmen die Kosten, da sie den Auftragnehmer nur dann entlohnen, wenn er tatsächlich Arbeit erledigt.
Was passiert bei unzureichender Nutzung des Potenzials an Arbeitnehmern?
Auf dem Arbeitsmarkt sind Gruppen präsent, die oft unterschätzt werden: ältere Arbeitnehmer, Frauen und auch weniger qualifizierte Arbeitskräfte. Werkvertragsunternehmen greifen speziell auf diese Segmente zurück und eröffnen ihnen neue Tätigkeitsmöglichkeiten.
Hat jemand das 50. Lebensjahr vollendet, liegt ein hohes Maß an Lebenserfahrung vor – und noch 15 Jahre Berufsleben. Über ein Werkvertragsunternehmen kann diese Person als freier Mitarbeiter mit besonderen Qualifikationen produktiv bleiben und den Weg in die Arbeitslosigkeit vermeiden.
Für Frauen eröffnen sich besondere Möglichkeiten. Da es Werkvertragsunternehmen und Freelancern freisteht, wie sie ihre Zeit einsetzen, können sehr flexible Arbeitsstunden entstehen. Damit können Frauen wichtige Berufserfahrung sammeln und sich bewähren – mit der Chance auf bessere Entlohnung bei Folgeaufträgen oder sogar einer Festanstellung.
Gerade wenn es um Führungspositionen geht, bieten sich wertvolle Erfahrungen. Arbeitnehmer mit zunehmender Erfahrung, die als Freelancer begonnen haben, können ein eigenes Team aufbauen, ein Unternehmen gründen und so Manager werden. Alternativ werden sie als erfahrene Teamleiter für einen Bestellbetrieb interessant.
Wie entsteht mehr Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt?
Heutzutage wird der Ruf nach Flexibilität immer größer – und er kommt aus zwei Richtungen. Hochqualifiziertes Personal erwartet Unabhängigkeit in der Arbeitsgestaltung und Zeitplanung. Gleichzeitig erwarten Arbeitgeber, dass Personal verfügbar ist, wenn es gebraucht wird – ohne Kosten zu verursachen, wenn die Auftragslage schlecht ist.
Werkvertragsunternehmen können mit hochqualifizierten Arbeitskräften flexible Arbeitsmodelle entwickeln, die beide Seiten zufrieden stellen. Für das Bestellunternehmen ist es dabei unerheblich, wann der Auftragnehmer seine Leistung erbringt – wichtig ist die Ablieferung des Werkes zur rechten Zeit.
Für den Betrieb ergeben sich so erhebliche Kostenersparnisse: Statt einer großen Belegschaft für Auftragsspitzen kann mit einer kleineren Kernbelegschaft gearbeitet und bei Bedarf outgesourct werden. Diese Flexibilität bietet auch Arbeitssuchenden die Chance einzuspringen – leisten sie dabei gute Arbeit, steigt ihre Attraktivität für eine Festanstellung.
Darüber hinaus können Studierende in den Arbeitsmarkt integriert werden. Als Freelancer oder Mitarbeiter in einem Werkvertragsunternehmen können sie sich ihre Zeit für das Studium einteilen und dennoch Berufserfahrung sammeln.
Warum ein höherer Bedarf an Bildung, Qualifikationen und Erfahrung?
Mit dem Fachkräftemangel steigt auch der Bedarf an höher qualifiziertem Personal. Werkvertragsunternehmen und Freelancer schaffen hier gleich mehrfach Abhilfe: Sie bieten fachliche Expertise und befinden sich außerhalb der Organisation des Bestellunternehmens – damit sinkt der Bedarf an internen Führungskräften.
Gerade Werkvertragsunternehmen übernehmen immer mehr Tätigkeiten, die über die klassische Handarbeit durch ungelernte Hilfskräfte hinausgehen. Der Personalbedarf reicht vom Büro bis zu Akademikern. Das bedeutet aber auch, dass in Werkvertragsunternehmen der Anteil gut gebildeter Arbeitskräfte steigt – und diese entsprechend entlohnt werden müssen.
Wie können weitere Arbeitskräfte eingebunden werden?
Die Zukunft weist in die Richtung, dass Arbeiten nicht von immer größer werdenden Unternehmen erledigt werden, die die gesamte Wertschöpfungskette selbst abdecken. Vielmehr hat es sich bewährt, sich auf bestimmte Arbeitsbereiche zu spezialisieren. Damit bleiben immer mehr Tätigkeiten außen vor, die andere Unternehmen im Rahmen eines Werkvertrages übernehmen.
Für den Bestellbetrieb ergibt sich so eine deutliche Erleichterung: Es muss lediglich ein kleinerer Personalpool, der sich auf das Hauptgeschäft konzentriert, gemanagt werden. Werkvertragsunternehmen müssen dafür dem einzelnen Bewerber mehr Aufmerksamkeit schenken, um sicherzustellen, dass dieser für eine längere Arbeit an Aufträgen durch verschiedene Besteller geeignet ist.
Freelancer
Für den Freelancer bestehen dabei weniger Probleme. Er verfügt über eine hohe Motivation, da die Bezahlung ihm direkt zugutekommt. Er erhält kein Gehalt, das durch ein Werkvertragsunternehmen gemindert wird. Darüber hinaus hat er absolute Bestimmungsfreiheit über seine Zeit – er kann als Freelancer arbeiten und zugleich ein Studium abschließen. Das steigert die Qualifikation, die sich dann auf den Arbeitsbereich konzentriert, denn eine Lohnoptimierung ist in der Regel eine gute Motivation.
Daraus ergibt sich eine Zusammenarbeit, in der nicht nur Mitarbeiter ein Team bilden, sondern auch Unternehmen. Jedes Unternehmen verfügt über sein eigenes Team, welches dann ein Meta-Team mit denen der anderen Unternehmen und freien Mitarbeitern bildet. Dies vereinfacht die Führung, da die meisten Zuarbeiten in Eigenregie der Werkvertragsunternehmen bzw. Freelancer ausgeführt werden.
Welche Chancen und Risiken gibt es für Freelancer und Beschäftigte?
Hier lässt sich bereits eine Kluft erkennen. Während Freelancer dem Freelancing positiv gegenüberstehen und es als Chance für sich selbst ansehen, reagieren Mitarbeiter in einem Werkvertragsunternehmen oft anders. Deren Tätigkeit besteht nicht selten aus harter Arbeit und die Entlohnung bewegt sich auf einem Niveau, das sich unterhalb des Gewünschten befindet.
Was sind die Vorteile der Werkverträge für Freelancer und Mitarbeiter?
Für Freelancer bieten die Werkverträge eine rechtliche Absicherung. Sie haben ein Projekt und einen Anspruch auf die Vergütung. Beide Seiten – Auftraggeber und Auftragnehmer – haben klar umrissene Pflichten, so dass jeder weiß, worauf es ankommt.
Für Mitarbeiter in einem Werkvertragsunternehmen gesellt sich zu der Struktur des Unternehmens auch eine rechtliche Absicherung durch den Arbeitsvertrag. Hinzu kommt die soziale Absicherung: Die Arbeit in einem Werkvertragsunternehmen ist sozialversicherungspflichtig. Das bedeutet, wenn das Arbeitsverhältnis endet, stehen Leistungen aus den Sozialsystemen zu. Für den Lohn bestehen gesetzliche Vorschriften einschließlich Mindestlöhne.
Weiterhin gibt es Werkvertragsunternehmen, die sich stark spezialisieren und entsprechend in Weiterbildungen für ihre Beschäftigten investieren – Computerkurse, Sprachkurse, Kranführerschein und mehr. Diese stehen den Beschäftigten kostenlos zur Verfügung.
Werkvertragsunternehmen stellen immer wieder neues Personal ein. Das erlaubt es einem Arbeitssuchenden, in einem Bestellbetrieb übernommen zu werden, wenn er sich mit seiner Arbeit positiv abhebt. Für Arbeitssuchende, die sich bereits länger in keiner Festanstellung befunden haben, bietet sich hier eine besondere Chance, Erfahrungen zu sammeln und einen geregelten Tagesablauf wiederzufinden.
Der Werkvertrag als Jobmotor?
Feuert ein Unternehmen, weil es kurz vor dem Bankrott steht, einen Großteil seiner Beschäftigten und beauftragt es ein Werkvertragsunternehmen, entspricht dies nicht auf den ersten Blick der Vorstellung eines „Jobmotors". In Wahrheit ist dieses Vorgehen jedoch das Gegenteil. Das Unternehmen hätte bei einem Bankrott 100 % seiner Angestellten entlassen. Dank des Werkvertragsunternehmens mussten aber nur einige ihre Arbeit beenden – und zugleich wuchs beim Werkvertragsunternehmen der Bedarf an Arbeitskräften.
Was für den Einzelnen negativ erscheint, hat insgesamt weniger negative Konsequenzen. Die Arbeitsplätze gingen nicht verloren – sie wechselten nur von einem Unternehmen zum anderen. Beide Unternehmen unterliegen den gleichen Regelungen bei Urlaub und Mindestlöhnen. Der Unterschied liegt in der Struktur, die es dem Werkvertragsunternehmen erlaubt, die gleiche Arbeitsleistung für weniger Kosten zu erbringen.
Wie sieht der Werkvertrag für Beschäftigte aus?
Für die besser qualifizierten unter den Betroffenen lassen sich schnell wieder Jobs finden. Das liegt schlichtweg daran, dass ein Personalmangel besteht. Eine gute Qualifikation und gute Arbeitsleistung werden gut entlohnt, denn kein Arbeitgeber möchte gute Arbeitskräfte verlieren.
Für weniger gut qualifizierte Beschäftigte bieten Werkvertragsunternehmen einfache Arbeiten an. Diese mögen weniger bezahlt werden, doch das ist eine Folge des Drucks auf dem Arbeitsmarkt. Hier liegt auch eine persönliche Verantwortung: Wer sich weiterbildet und qualifiziert, verbessert seine Chancen deutlich. Werkvertragsunternehmen erlauben es Unternehmen, am Markt zu bleiben und beziehen dabei Arbeitskräfte aus einem Pool, der es ansonsten schwer hätte, einen Job zu finden oder zu behalten.
Wie sieht der Werkvertrag für Freelancer aus?
Für Freelancer bieten sich eigene Chancen. Nicht nur können sie mit ihrer Arbeit unabhängig sein – sie können auch wachsen. Aus dem Soloselbstständigen wird dann ein Team und aus dem Team ein Unternehmen, das seinerseits Mitarbeiter anstellt.
Krisen führen in der Vergangenheit zu Entlassungen. In den gleichen Krisen haben Werkverträge und Leiharbeitsunternehmen aber einen deutlichen Aufschwung erfahren. Wenn starre Regulierungen Probleme bereiten, bringen Werkverträge Flexibilität – und damit einen Aufschwung.
Welche Rolle haben Verleihfirmen?
Mit Werkverträgen und Verleihfirmen können Hauptunternehmen ihre Ressourcen auf ein Kerngeschäft konzentrieren. Kommt es zu gesteigerten Auftragsspitzen, helfen Werkvertragsunternehmen und Leiharbeitsfirmen aus. Befinden sich in einem Werkvertragsunternehmen Arbeitnehmer, die gut qualifiziert, hoch motiviert und mit der richtigen Einstellung versehen sind, ergeben sich für diese drei Möglichkeiten:
- Möglichkeit eins: Sie heben sich positiv ab und erhalten vom Werkvertragsunternehmen eine bessere Entlohnung. Sie sind die Alleskönner, die bei Problemen eine Antwort haben – kein Unternehmer möchte eine solche Arbeitskraft gehen sehen.
- Möglichkeit zwei: Sie fallen einem Bestellunternehmen auf und werden von diesem übernommen. Jeder Unternehmer würde sich freuen, eine Arbeitskraft zu übernehmen, die sich bereits als sehr wertvoll erwiesen hat.
- Möglichkeit drei: Der Betroffene wird zum Freelancer. Mit der gefragten Qualifikation und der Erfahrung aus dem Werkvertragsunternehmen kann er sich direkt bei Unternehmen oder über Plattformen als Solo-selbstständiger vermarkten und so Unabhängigkeit erlangen.
Was tun, wenn der Jobmarkt schwankt?
Wie bereits angemerkt, steigt vor allem während der Krise die Nachfrage nach Werkvertragsunternehmen, Freelancern und Leiharbeitsfirmen. Doch so wichtig sie während einer Krise auch sind, tragen sie am Anfang die Hauptlast. Tatsächlich werden Leiharbeiter und Arbeitnehmer in einem Werkvertragsverhältnis zuerst die Krise zu spüren bekommen.
Wenn die schlimmste Phase überstanden ist, bietet die Krise aber immer eine neue Chance. Hier sind es dann die Werkvertragsunternehmen und Freelancer, die zuerst gefragt sind – denn hier nimmt die Beschäftigung zuerst zu. Ist die Krise überwunden und stellen Hauptunternehmen wieder ein, sind Leiharbeiter und Mitarbeiter in Werkvertragsunternehmen die ersten, die übernommen werden.
Von der Arbeitslosigkeit in ein Werkvertragsunternehmen
Werkvertragsunternehmen haben auf dem Arbeitsmarkt zwei Funktionen. Die Auffangfunktion: Bei Kürzung der Arbeitsplätze bieten Werkvertragsunternehmen eine Möglichkeit, das Abrutschen in die Arbeitslosigkeit zu verhindern. Die Brückenfunktion: Wenn ein Beschäftigter bereits arbeitslos geworden ist, kann er über ein Werkvertragsunternehmen wieder in eine bezahlte Tätigkeit gelangen und von dort in eine Festanstellung wechseln.
Für gewöhnlich wechseln festangestellte Arbeitnehmer nicht in ein Werkvertragsunternehmen, was Sinn macht: Festangestellte erhalten in der Regel ein besseres Gehalt. Damit ist der Weg dorthin attraktiv, wenn man bereits arbeitslos ist oder bald arbeitslos wird, nicht aber, wenn man über einen sicheren Job verfügt.
Wie gehen Werkvertragsunternehmen in den Bestellbetrieb über?
Die Brückenfunktion beschreibt auch den Weg in die Festanstellung in einem Bestellbetrieb. Tatsächlich werden die Werkvertragsunternehmen dieser Funktion nicht immer gerecht. Die Gründe sind nachvollziehbar:
- Gering qualifizierte Mitarbeiter können nur Hilfsarbeiten erledigen und werden daher nicht gern übernommen – das Bestellunternehmen zahlt lieber einen geringen Werklohn an das Werkvertragsunternehmen weiter.
- Gut qualifizierte Mitarbeiter behält das Werkvertragsunternehmen in der Regel gern im eigenen Betrieb. Es entlohnt sie gut, so dass bei diesen kaum eine Motivation besteht, in einen anderen Betrieb zu wechseln.
- Facharbeiter sind sehr nachgefragt und werden entsprechend gut entlohnt – auch bevorzugte Arbeitszeitregeln machen einen Wechsel unattraktiv.
Risiken für die Beschäftigten in Werkvertragsunternehmen
Vom Werkvertragsunternehmen in die Arbeitslosigkeit
Wo eine Chance besteht, von einem Werkvertragsunternehmen in einen Hauptbetrieb zu wechseln, besteht auch ein Risiko: Der Weg kann auch in die Arbeitslosigkeit führen. Das betrifft vor allem Arbeitskräfte, die ohnehin nur schwer vermittelt werden können. In der Belegschaft bleiben eher die besser qualifizierten und engagierteren Mitarbeiter. Für die Arbeitnehmer in einem Werkvertragsunternehmen ist dies die Realität: eine unstetige Beschäftigung, die sich mit der Auftragslage des Unternehmens deckt.
Daraus kann sich ein Kreislauf entwickeln, in dem ständig zwischen Arbeitslosigkeit und Auftragsarbeit gewechselt wird – mit eigenen sozialen und psychologischen Herausforderungen.
Das Risiko der Verarmung
Mit der Art der Arbeit in einem Werkvertragsunternehmen geht auch die Entlohnung einher. Oftmals handelt es sich um einfache Tätigkeiten, die keine große Qualifizierung erfordern – der Werklohn fällt entsprechend gering aus. Das Ergebnis: Beschäftigte in Werkvertragsunternehmen verdienen überwiegend weniger als die Stammbelegschaft in einem Bestellbetrieb. Das lässt wenig Spielraum für den Aufbau einer finanziellen Absicherung.
Viele der Betroffenen leben in Einpersonenhaushalten ohne weitere Erwerbstätige – damit ergeben sich höhere Lebenshaltungskosten und keine finanzielle Unterstützung durch Familienmitglieder. Bei einem Jobverlust, wenn die Sozialleistungen rund ein Drittel unterhalb des letzten Gehaltes liegen, droht die Verarmung. Sind die Arbeitsepisoden zu kurz, werden nicht einmal Ansprüche aus der Arbeitslosenversicherung aufgebaut.
Das Problem der Dequalifikation
Neben der Arbeitslosigkeit und der Verarmung droht ein weiteres Risiko: die Dequalifikation. Werkvertragsunternehmen setzen oft auf einfache Arbeiten, für die das Anlernen in wenigen Stunden erledigt werden kann. Verfügen Arbeitnehmer über eine Qualifikation, werden aber für Tätigkeiten eingesetzt, die qualitativ weit unterhalb ihrer Kenntnisse liegen, gehen diese Kenntnisse mit der Zeit verloren.
Ohne auf vorhandene Qualifikationen zurückgreifen zu können, wird es für Fachkräfte mit einem Berufsabschluss noch schwerer, einen festen Arbeitsplatz zu erhalten. Es ist wichtig, dem entgegenzuwirken: Arbeitnehmer sollten sich gezielt bei Werkvertragsunternehmen bewerben, die in genau dem Bereich tätig sind, der ihren beruflichen Qualifikationen entspricht.
Fazit – Chancen und Risiken in der Waage
Die Arbeit in einem Werkvertragsunternehmen ist eine Chance. Eine Chance, vor der Arbeitslosigkeit bewahrt oder aus dieser herausgeholt zu werden. Was der Einzelne aus dieser Chance macht, bleibt ihm selbst überlassen. Er ist für sein Leben verantwortlich und es kommt auf ihn an, seine Chancen zu nutzen.
Niemand verliert seinen Job automatisch, bekommt automatisch eine Anstellung in einem Werkvertragsunternehmen, wird automatisch übernommen oder wird automatisch zum Freelancer. All das bedingt die aktive Mitwirkung des Einzelnen.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Chancen und Risiken von Werkverträgen
Werkverträge erlauben ein branchenübergreifendes Expertise-Sharing: Fachkräfte wie Elektriker oder IT-Spezialisten können über Werkvertragsunternehmen oder als Freelancer für verschiedene Auftraggeber tätig sein. Das macht ihre Arbeitskraft für einen größeren Markt verfügbar. Zugleich können Unternehmen über Werkvertragsunternehmen saisonale Schwankungen abdecken und weniger qualifizierte Arbeitnehmer werden durch Auffang- und Brückenfunktion in den Arbeitsmarkt integriert.
Möglichkeit 1: Bessere Entlohnung im Werkvertragsunternehmen durch hervorragende Leistung und Unentbehrlichkeit. Möglichkeit 2: Übernahme durch ein Bestellunternehmen, bei dem man sich als Mitarbeiter positiv abgehoben hat. Möglichkeit 3: Wechsel in die Selbstständigkeit als Freelancer – mit der gesammelten Qualifikation und Erfahrung aus dem Werkvertragsunternehmen als Basis.
Werkvertragsunternehmen erfüllen eine Auffang- und Brückenfunktion: Sie verhindern den Absturz in die Arbeitslosigkeit bei drohender Kündigung und holen Arbeitslose wieder in eine bezahlte Tätigkeit zurück. Festangestellte haben hingegen wenig Motivation zum Wechsel, da Werkvertragsunternehmen in der Regel geringer entlohnen. Für Arbeitslose ist jede Beschäftigung besser als keine – und sie ermöglicht den Aufbau von Berufserfahrung und Sozialkontakten.
Wenn qualifizierte Arbeitnehmer dauerhaft für Tätigkeiten eingesetzt werden, die weit unter ihrem Ausbildungsniveau liegen, verblassen ihre Fachkenntnisse mit der Zeit. Das verschlechtert ihre Chancen auf eine qualifikationsgerechte Festanstellung. Gegensteuern lässt sich, indem man sich gezielt bei Werkvertragsunternehmen bewirbt, die in dem eigenen Fachbereich tätig sind, und durch kontinuierliche Weiterbildung.
Während Krisen zunächst auch bei Werkvertragsunternehmen zu Entlassungen führen, erholen sich diese Unternehmen in der Regel schneller als Hauptbetriebe. Sie sind die ersten, die in der Erholungsphase wieder einstellen – da flexible Personalbereitstellung in unsicheren Zeiten besonders gefragt ist. Mitarbeiter in Werkvertragsunternehmen sind damit oft die ersten, die in einer Krise entlassen, aber auch die ersten, die nach der Krise wieder eingestellt werden.
Es gibt drei Hauptgründe: Gering qualifizierte Mitarbeiter sind für die Stammbelegschaft des Bestellbetriebs finanziell unattraktiv; gut qualifizierte Mitarbeiter werden vom Werkvertragsunternehmen selbst gut entlohnt und haben wenig Wechselmotivation; Facharbeiter mit sehr hoher Nachfrage erhalten im Werkvertragsunternehmen bevorzugte Bedingungen. Übernahmen gelingen am häufigsten bei Mitarbeitern im mittleren Qualifikationsbereich, die sich durch besonders gute Leistung im Betrieb hervorgetan haben.
