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Zeitarbeit Kosten & Nutzen – Personalleasing Vorteile, Nachteile

Die Kosten der Leiharbeit lassen sich aus finanzieller Sicht, aber auch unter dem Aspekt der Arbeitsqualität und dem Teamgeist innerhalb des Betriebs betrachten. Den Kosten gegenüber steht der Nutzen, der wiederum der grundsätzlichen Natur der Leiharbeit entspringt. Damit einzelne Branchen und Unternehmen letztlich eine Entscheidung für oder gegen den Einsatz von Leiharbeitern treffen können, bietet sich eine Abwägung zwischen Kosten und Nutzen an.

Die Kosten der Zeitarbeit

Die Kosten der Zeitarbeit aus finanzieller Sicht lassen sich theoretisch sehr einfach berechnen. Hierzu zählt die Gegenüberstellung der Lohn- und Lohnzusatzkosten für einen festangestellten Beschäftigten und die aufkommenden Kosten für einen Zeitarbeitnehmer und dessen Überlassung als Arbeitskraft.

Für viele Betriebe geht diese Rechnung im Rahmen ihres alltäglichen Betriebs bereits auf. Dank der Dumping-Löhne im Bereich der Leiharbeit ist diese, selbst inklusive der Verrechnungssätze für die Entleihung, für sie günstiger.

Deshalb ist Leiharbeit günstiger

  • Dank der Dumping-Löhne in der Leiharbeit ist selbst mit den Verrechnungssätzen für die Entleihung die Leiharbeit günstiger.
  • Die Personaldecke kann kleiner gehalten und der Auftragslage angepasst werden.
  • Lohnkosten enden, wenn die Arbeitskräfte nicht mehr gebraucht werden.
  • Der administrative Aufwand für die Rekrutierung und Entlassung is gering.

All das sorgt dafür, dass alles in allem ein Leiharbeiter noch immer günstiger ist als ein Stammbeschäftigter.

Arbeitnehmerüberlassung – branchenabhängige Kosten

Diese direkten finanziellen Kosten sind jedoch stark branchenabhängig. Ist der Pool an Arbeitskräften in einem bestimmten Bereich – zum Beispiel in der Pflege – nicht groß genug, dann steigen die Kosten für die Arbeitskräfte in der Regel. Dann bringen auch erzielte Einsparungen während Zeiten mit weniger Aufträgen nicht mehr viel, falls es diese Zeiten überhaupt gibt.

Auch die Einsparungen auf Seiten der Administration – wie die Rekrutierung und Entlassung – stellen im Hinblick auf die steigenden Kosten keine Entlastung dar. Das heißt, es gibt tatsächlich Branchen, in denen ein Leiharbeiter bis zu 92 % mehr kostet als ein Festangestellter. Gerade darüber klagen zum Beispiel Pflegedienste und Krankenhäuser. Ist der Personalpool erst einmal stark unter Druck, wird es zusätzlich schwieriger, Stammpersonal zu finden, das die Leiharbeitskräfte ersetzt. Dies kann an den allgemeinen Arbeitsbedingungen liegen. So ist gerade die Arbeit in der Pflege ein ausgesprochener „Knochenjob". Es gibt nicht viele hochmotivierte Mitarbeiter, die sich dieser Belastung gerne und langfristig aussetzen. Dieser Umstand veranlasst auch LeiharbeitnehmerInnen in diesem Bereich dazu, nicht unbedingt eine Festanstellung anzustreben.

Entlohnung der Leiharbeiter

Sind die Leiharbeiter dann bereits so gefragt, dass der Pool an Arbeitnehmern nicht ausreicht, dann steigen deren Gehälter, so dass es auch aus finanzieller Sicht unattraktiv ist, in eine Festanstellung zu wechseln. Daraus ergibt sich ein Teufelskreis, in welchem zum Beispiel Krankenhäuser immer häufiger auf Leiharbeiter angewiesen sind, da sie ihr Stammpersonal nicht entsprechend ausbauen können. Damit steigt die Bedeutung und die Entlohnung von Leiharbeitern, was die Leiharbeit letztlich attraktiver als eine Festanstellung macht. Das wiederum erschwert die Einstellung von festem Stammpersonal.

Das Ganze ist zugleich mit Einbußen in der Arbeitsqualität verbunden. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass die entsandten LeiharbeitnehmerInnen schlichtweg nicht über die benötigte Qualifikation für bestimmte Tätigkeiten verfügen. Auch ist ihre Arbeitserfahrung oft in einigen Bereichen nicht hinreichend ausgeprägt, was zu schlechteren Arbeitsergebnissen mit einer insgesamt geringeren Produktivität führt.

Bei dem Versuch, dieser Entwicklung mit einer Entleihung von mehr Leiharbeitern entgegenzuwirken, steigt der Druck auf den bestehenden Arbeitnehmerpool, was sich weiter negativ auf die jeweiligen Betriebe und Krankenhäuser auswirkt. Letzten Endes wird also mehr für weniger Leistung bezahlt, was das Finden von gutem Stammpersonal weiterhin erschwert.

Erstattung für Mehrkosten

Für die Mehrkosten, die mit der Leiharbeit entstehen, gibt es bis dato keine Erstattungen, wodurch wiederum die Konkurrenzfähigkeit einiger Betriebe geschmälert wird. Als Reaktion darauf wird in einigen Branchen der Ruf nach einer verstärkten Regulierung oder gar einem Verbot der Leiharbeit lauter.

Damit einhergehend wird auch mitunter die mangelnde Zuverlässigkeit von Verleihunternehmen kritisiert. Diese halten sich nicht an Vereinbarungen oder sind nicht in der Lage, die geforderte Menge an Leiharbeitspersonal mit den benötigten Qualifikationen bereitzustellen. Hier gilt, wie in jeder Branche, dass es immer schwarze Schafe gibt und es wichtig ist sicherzustellen, dass die gewählte Zeitarbeitsfirma zuverlässig und vertrauenswürdig ist.

In einigen Bereichen – wie zum Beispiel in Krankenhäusern – ist die Lage äußerst kritisch. Ohne die Leiharbeit wäre in einem Großteil der Kliniken die Versorgung von Patienten gar nicht mehr oder nur noch eingeschränkt möglich, was eine Neuregulierung oder gar ein Verbot der Leiharbeit in diesen Bereichen erheblich erschwert. Es ist eine komplexe Abhängigkeit entstanden, die auch langfristig gesehen negative Auswirkungen mit sich bringt und die sich nur schwer beenden lässt.

Gerade in spezialisierten Arbeitsbereichen, in denen ein hoher Einarbeitungsaufwand vorliegt, verursacht die Leiharbeit besonders hohe Kosten. Der Aufwand, neue Leiharbeiter mit wenig oder ganz ohne Qualifikation anzulernen, is hier besonders hoch. Auch dauert es in der Regel länger, bis ein Leiharbeiter als Teil der Belegschaft einen Mehrwert erbringt. Diese Zeit muss überbrückt werden, indem zum Beispiel ein weiterer Leiharbeiter angelernt wird, während der letzte Leiharbeiter noch immer die eigentliche Arbeit verrichtet. Hierbei verdoppeln sich die Arbeitskosten und die Einweisung des neuen Mitarbeiters verursacht zusätzlichen Aufwand, der ausgeglichen werden muss.

Arbeitnehmerüberlassung aus dem Ausland

Mit der Erhöhung der Kosten kommt es mitunter zu Konflikten zwischen Leiharbeitnehmern und der Stammbelegschaft. Diese ergeben sich durch die unterschiedliche Entlohnung und durch unterschiedliche Regelungen der Arbeitszeiten sowie mitunter auch durch Arbeitnehmerüberlassungen aus dem Ausland.

Stärkere Regulierungen werden daher zum Beispiel in Form einer Deckelung der Leiharbeitskosten verlangt. Hinzu kommt der Wunsch, dass Spät-, Nacht- und Wochenenddienste auch von den Leiharbeitern übernommen werden, ohne dass dafür Mehrkosten verursacht werden. Diese Regelungen sollen dann natürlich auch für die Arbeitnehmerüberlassung aus dem EU-Ausland gelten. Das heißt, die Arbeitnehmerüberlassung ausländischer Verleiher muss den gleichen Regeln unterliegen wie die deutscher Arbeitskräfte.

Der Nutzen der Leiharbeit

Wirft man einen Blick auf die Kosten, welche die Leiharbeit in einigen Branchen verursacht, kommt die Frage auf, welcher Nutzen diese Kosten rechtfertigt. Doch wie so oft ist auch hier alles relativ. Nehmen wir die Pflegedienste und Krankenhäuser als Beispiel.

Schon lange sorgen in diesem Bereich niedrige Löhne und schlechte Arbeitsbedingungen für Probleme im Rahmen der Rekrutierung neuer Mitarbeiter. Durch unzuverlässige Verleihunternehmen wurden diese Probleme nicht behoben – stattdessen wird auf der Basis alter Geschäftsmodelle mit unzureichender Bezahlung und übermäßiger Beanspruchung weiterhin gewirtschaftet.

Die zusätzliche Zeit und Kapazität, die mit der Entsendung von Leiharbeitern gewonnen wird, wird nicht genutzt, um die Arbeitsbedingungen und Entlohnung zu verbessern – das etablierte Arbeitsmodell wird weitergefahren. Dies führte in der Vergangenheit dazu, dass Krankenhäuser und Pflegedienste nicht nur immer abhängiger von der Leiharbeit wurden, sondern auch heute kaum noch eine Chance haben, bestehende Missstände zu beheben.

Das heißt: Der Nutzen der Leiharbeit, der häufig in der Flexibilität und der Kostenersparnis liegt, kann durch Reformen in diesem Bereich erweitert werden. Wenn ein Arbeitsmodell auslaufend ist, kann dieses mit Leiharbeit gestützt werden, bis das reformierte Arbeitsmodell steht und die Leiharbeit ersetzt. Unterbleibt jedoch der Wandel, dann kann auch die Leiharbeit nicht mehr weiterhelfen.

Grundsätzlich können Unternehmen mit der Leiharbeit ihre Personalplanung vereinfachen. Sie sparen Lohnkosten und der administrative Aufwand verringert sich. Somit können sie flexibel auf Marktveränderungen reagieren und sich mit Hilfe der Leiharbeit neu aufstellen.

Der Nutzen im Überblick

  • Flexibilität: Unternehmen können schnell auf Auftragsspitzen, saisonale Schwankungen und kurzfristige Personalausfälle reagieren, ohne langfristige Verpflichtungen einzugehen.
  • Kostenersparnis: In Branchen mit ausreichendem Arbeitskräftepool bleibt die Leiharbeit günstiger als eine vergleichbare Festanstellung – inklusive Sozialabgaben und Verwaltungsaufwand.
  • Weniger Administrationsaufwand: Rekrutierung, Personalverwaltung, Sozialabgaben und Entlassung liegen beim Verleihunternehmen – das Entleihunternehmen konzentriert sich aufs Kerngeschäft.
  • Brückenmodell: Leiharbeit kann einen Übergangszeitraum überbrücken, in dem ein veraltetes Arbeitsmodell durch ein reformiertes ersetzt wird – sie gibt Betrieben die nötige Zeit für die Transformation.
  • Zugang zu Spezialisten: Für zeitlich begrenzte Projekte ermöglicht Leiharbeit den schnellen Zugang zu qualifizierten Fachkräften, die intern nicht vorhanden sind.

Häufige Fragen zu den Kosten und dem Nutzen der Zeitarbeit

In vielen Branchen ja – durch niedrigere Löhne, geringeren Administrationsaufwand und die Möglichkeit, Lohnkosten zu beenden, wenn Arbeitskräfte nicht gebraucht werden. In Branchen mit angespanntem Arbeitskräftepool – wie der Pflege – kann ein Leiharbeiter jedoch bis zu 92 % mehr kosten als ein Festangestellter. Die Kostenrechnung ist also stark branchenabhängig.

Wenn der Pool an verfügbaren Arbeitskräften in einer Branche zu klein ist – etwa in der Pflege –, steigen Angebot und Nachfrage zuungunsten der Betriebe. Die Gehälter der Leiharbeiter steigen, bis es finanziell unattraktiv wird, in eine Festanstellung zu wechseln. Es entsteht ein Teufelskreis: Die Betriebe werden immer abhängiger von Leiharbeit, können kaum noch Stammpersonal aufbauen und zahlen immer mehr für weniger Qualität.

Nein. Bis dato gibt es keine staatlichen Erstattungen für die Mehrkosten, die durch Leiharbeit entstehen. Dies schmälert die Konkurrenzfähigkeit besonders kleinerer Betriebe in Branchen mit hohem Leiharbeitsbedarf und befeuert den Ruf nach stärkerer Regulierung oder Deckelung der Leiharbeitskosten.

Der Hauptnutzen liegt in Flexibilität, Kosteneinsparung und reduziertem Administrationsaufwand. Unternehmen können ihre Personaldecke der Auftragslage anpassen, Lohnkosten in einsatzfreien Zeiten beenden und aufwändige Rekrutierungs- und Entlassungsprozesse auslagern. Zudem ermöglicht Leiharbeit als Brückenmodell die Überbrückung eines Reformzeitraums, in dem ein veraltetes Arbeitsmodell durch ein moderneres ersetzt wird.

Häufige Konfliktpunkte sind unterschiedliche Entlohnungen zwischen Leiharbeitern und Stammbelegschaft sowie unterschiedliche Regelungen bei Arbeitszeiten, Spät- und Nachtdiensten. Bei Arbeitnehmerüberlassungen aus dem Ausland kommen kulturelle Unterschiede und Sprachbarrieren hinzu. Diese Spannungen lassen sich durch transparente Kommunikation und klare organisatorische Rahmenbedingungen erheblich mindern.

Grundsätzlich ja. Die Arbeitnehmerüberlassung ausländischer Verleiher muss denselben Regeln unterliegen wie die inländischer Verleihunternehmen – einschließlich Mindestlohn, Equal Pay nach neun Monaten, Sozialversicherungspflicht und den Vorschriften des AÜG. Stärkere Regulierungen – wie eine Deckelung der Leiharbeitskosten oder die verpflichtende Übernahme von Spätdiensten ohne Mehrkosten – werden politisch diskutiert.

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