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Lichtbogenhandschweißen – Verfahren, Elektroden & Arbeitsschutz

Das Lichtbogenhandschweißen ist weit verbreitet. Es lässt sich einfach anwenden, benötigt keine große Anzahl spezialisierter Geräte und die verwendete Schweißausrüstung ist sehr mobil. Damit kann es praktisch jederzeit und allerorts eingesetzt werden.

Was ist das Prinzip des Lichtbogenhandschweißens?

Das Prinzip des Lichtbogenhandschweißens ist sehr einfach. Ein Lichtbogen erzeugt Hitze, die Hitze sorgt für das Aufschmelzen der Werkstoffe, und diese verbinden dann die Werkstücke zu einer Einheit. Die Elektrode schmilzt dabei selbst langsam ab und fungiert als der Zusatzstoff, während die Umhüllung der Elektrode das Schutzgas liefert. Auch beim Strom ist das Verfahren vielseitig, da sowohl mit Gleich- als auch mit Wechselstrom gearbeitet werden kann.

Der Lichtbogen brennt zwischen dem Werkstück und der ummantelten Stabelektrode. Diese wird mit der Hand geführt. Damit können Materialien mit einer Dicke von 1,5 mm und mehr problemlos verbunden werden. Das gilt für unlegierte, niedriglegierte und hochlegierte Stähle. Die Abschmelzleistung erreicht dabei bis zu 3 kg pro Stunde.

Merkmal Wert / Beschreibung
Wärmequelle Elektrischer Lichtbogen zwischen Elektrode und Werkstück
Zusatzwerkstoff Umhüllte Stabelektrode (schmilzt selbst ab)
Schutzgas Aus der Elektrodenumhüllung (kein Schutzgasanschluss nötig)
Stromart Gleich- oder Wechselstrom (Gleichstrom bevorzugt)
Materialdicke Ab 1,5 mm aufwärts
Werkstoffe Unlegierte, niedriglegierte und hochlegierte Stähle
Abschmelzleistung Bis zu 3 kg/Stunde

Welches Schweißzubehör für das Lichtbogenhandschweißen gibt es?

Während zwar Gleich- und Wechselstrom genutzt werden können, wird doch Gleichstrom bevorzugt. Als Quellen werden Schweißumformer, Schweißtransformatoren, Schweißgleichrichter, Inverter und Schweißumrichter genutzt. Die Stromstärke sollte bei 250 Ampere liegen. Damit ist eine Einschaltdauer von 60 % möglich und es können Elektroden verwendet werden, die einen Kernstabdurchmesser von 5 mm aufweisen.

Neben der Länge und dem Durchmesser der Elektrode begrenzt auch die Dicke des Grundwerkstoffes und die angestrebte Fugenart die Stromstärke, die eingestellt werden muss. Jede Elektrode kommt mit Angaben zu der Belastung, mit der sie arbeiten kann.

Für den Stromkreis werden Stromkabel, eine Massezange und ein Halter für die Elektrode gebraucht. Der Schweißer hält den Elektrodenhalter in der Hand. Daher muss dieser handlich sein und sich ein schnelles und darüber hinaus sicheres Einspannen der Elektrode ermöglichen. Der Elektrodenhalter muss außerdem isoliert sein.

Die Stromkabel müssen einen Leistungsquerschnitt aufweisen, der für einen geringen Spannungsabfall sorgt, aber auch der Stromstärke gewachsen ist. Was die Anschlüsse betrifft, ist es entscheidend, dass diese sauber sind und genau fixiert wurden. Die Massezange wird verwendet, um das Werkstück mit dem Stromleiter zu verbinden.

Was sind die verschiedenen Elektrodentypen für das Lichtbogenhandschweißen?

Die verwendeten Stabelektroden sind umhüllt. Damit bestehen sie aus einem Kerndraht und darüber einer mineralischen Umhüllung, die mittels eines Bindemittels auf dem Kerndraht angebracht wurde. Bei der Verwendung von unlegierten Stabelektroden richten sich diese nach ihren Eigenschaften hinsichtlich der Festigkeit und Zähigkeit. Sie müssen dabei in der Wärmeeinflusszone des Schmelzbades weniger hart als die Werkstoffe sein.

Bei hochlegierten Stabelektroden hingegen kommt es darauf an, dass sie in ihrem Typ dem des Grundwerkstoffes gleichen. Geht es um nichtrostende Stähle, müssen die Anteile an Chrom und Nickel, aber auch an Titan und Kohlenstoff berücksichtigt werden.

Bei der Umhüllung wird nach dünn, mitteldick und dick unterschieden. Welche Dicke nun zum Einsatz kommt, richtet sich nach dem Werkstoffübergang und der Position des Schweißens. Bei legierten und hochlegierten Stählen wird nur nach basischen Umhüllungen und Rutilelektroden (sauer) unterschieden. Für andere Stähle werden folgende Umhüllungstypen verwendet:

Typ C – Zelluloseelektroden

Typ-C-Stabelektroden sind mit Zellulose umhüllt. Sie eignen sich damit vor allem für das Schweißen in Fallnahtpositionen. Der Mantel enthält organische Substanzen, allen voran die Zellulose. Mittels derer werden Rohrleitungen und Großpipelines bearbeitet. Die Schweißgeschwindigkeit ist damit sehr hoch, was aus der hohen Abschmelzleistung und dem schnellen Einbrand ersichtlich wird. Aus dem Werkstoff bilden sich dabei sehr grobe Tropfen, die sich für eine gute Überbrückung von Spalten eignen. Die entstehenden Nähte sind grobschuppig. Allerdings wird für die Nutzung der Typ-C-Elektrode eine hohe Brennspannung benötigt, wodurch sie nicht mit jedem Schweißgerät verwendet werden kann.

Typ RA – Rutilsaure Elektroden

Der Typ RA oder die rutilsauren Stabelektroden zeichnen sich durch eine sehr hohe Strombelastbarkeit aus. Damit ermöglichen sie eine hohe Abschmelzleistung. Am Werkstoffübergang sorgen sie für feine Tropfen, was zu konkaven und glatten Nähten führt. Der Wurzelpunkt lässt sich so bei Kehlnähten gut fassen. Ihr niedriger Gehalt an Silizium macht das anschließende Verzinken, Gummieren oder Emaillieren einfach. Die Schlacke, die beim Schweißen mit dieser Elektrode entsteht, kann nach der Arbeit leicht entfernt werden.

Typ R und RR – Rutiltypen

Der Rutiltyp von Stabelektroden wird für dünne Bleche verwendet. Damit lassen sich alle Schweißpositionen nutzen, mit Ausnahme der Fallnahtposition. Der Tropfenübergang für R-Elektroden ist grober als der für die dicker umhüllten RR-Elektroden. Mit dem RR-Typ werden feinschuppige, gleichmäßige Oberflächen geformt, bei denen sich die Schlacke leicht entfernen lässt.

Typ RC – Rutilzellulose-Elektroden

Die Rutilzellulose-Elektrode sorgt beim Schweißen für ein Schmelzbad, das sehr zähflüssig ist. Der Anteil an Zellulose verringert das Anfallen von Schlacke. Das macht diesen Typ von Elektroden auch für die Schweißung von Fallnähten und Kehlnähten für den Metallbau geeignet. Sie wird vor allem bei Montagearbeiten eingesetzt, da sie sich universell nutzen lässt.

Typ RB – Rutilbasische Elektroden

Der rutilbasische Elektrodentyp sorgt für einen Werkstoffübergang mit mittelgroßen Tropfen. Das bringt gute Festigkeits- und Zähigkeitseigenschaften mit sich. Auch ist die Positionsverschweißbarkeit sehr gut. Mit seiner hohen Abschmelzleistung wird diese Elektrode daher gern im Rohrleitungsbau und Stahlbau und dort bei Wurzel- und Zwangslagenschweißungen verwendet.

Typ B – Basische Elektroden

Die basischen Typ-B-Elektroden zeichnen sich durch eine hohe Risssicherheit aus. Das ist vor allem beim Schweißen in einer Umgebung mit tiefen Temperaturen der Fall. Dabei eignen sich diese basischen Elektroden vor allem bei Stählen mit einer großen Wanddicke bzw. bei Stählen, die sich nur wenig zum Schweißen eignen. Der Schweißübergang erfolgt mit groben Tropfen. Auch kann in allen Positionen mit Ausnahme der Fallposition gearbeitet werden.

Typ Umhüllung Tropfenübergang Typischer Einsatz Besonderheit
C Zellulose Grob Rohrleitungen, Großpipelines, Fallnähte Sehr hohe Schweißgeschwindigkeit; hohe Brennspannung nötig
RA Rutilsauer Fein Kehlnähte, Verzinken/Emaillieren nachher Hohe Strombelastbarkeit; leichte Schlackenentfernung
R / RR Rutil (dünn/dick) Grob (R) / fein (RR) Dünne Bleche, alle Positionen außer Fallnaht RR: feinschuppige, gleichmäßige Oberflächen
RC Rutilzellulose Mittel Montagearbeiten, Kehlnähte, Fallnähte Universell; wenig Schlacke durch Zelluloseanteil
RB Rutilbasisch Mittelgroß Rohrleitungsbau, Stahlbau, Wurzellagen Gute Zähigkeitseigenschaften; hohe Abschmelzleistung
B Basisch Grob Großwanddicken-Stähle, Tieftemperaturanwendungen Hohe Risssicherheit; hygroskopisch — Rücktrocknen nötig

Wie erfolgt der Prozess des Lichtbogenhandschweißens?

Der Schweißprozess beginnt mit dem Antippen des Werkstückes mit der Elektrode. Das zündet den Lichtbogen zwischen beiden. Bei basischen Elektroden wird anstelle des Antippens eine anstreichende Bewegung empfohlen. Die Zündstelle auf dem Werkstück muss sich im Schweißbereich befinden.

Die Haltung der Elektrode ist in Schweißrichtung, wobei ein Winkel von 45° entsteht. Die Länge des Lichtbogens sollte in etwa dem Durchmesser des Kernstabes der Elektrode entsprechen. Für basische Elektroden gibt es eine Ausnahme: Hier sollte der Lichtbogen kürzer gehalten werden – die Hälfte des Durchmessers des Kernstabes der Elektrode wird als Basis empfohlen.

Für die Bewegung gilt, dass die Arbeit in der Strichraupentechnik erfolgt. In einigen Fällen kann auch das Schweißen mit einer leichten Pendelbewegung schleppend erfolgen. In Steignahtpositionen ist dagegen immer pendelnd mit einer stechend angestellten Elektrode zu arbeiten.

Schweißstromstärke – Berechnung und Faustregel

Die Schweißstromstärke hat einen Einfluss auf die Abschmelzleistung und den Einbrand. Die Spannung passt sich dabei automatisch von der Stromquelle an. Wie hoch die Stromstärke eingestellt werden kann, hängt von der gewählten Elektrode und ihrer Belastungsgrenze ab. Wählt man sie zu groß, wird die Elektrode zu heiß und ihre Umhüllung platzt entweder ab oder glüht aus. Für das Abbrennen braucht man jedoch auch eine minimale Stromstärke.

Faustregel: Schweißstromstärke berechnen

  • Elektrodenlänge 250–350 mm: Stromstärke = 20–40 × Elektrodendurchmesser
    Beispiel: Ø 2,0 mm → 40–80 Ampere
  • Elektrodenlänge ab 350 mm: Stromstärke = 30–50 × Elektrodendurchmesser
  • Elektrodenlänge ab 450 mm, Ø 6 mm: Stromstärke = 35–60 × Durchmesser
    Beispiel: 35–60 × 6 mm → 210–360 Ampere

Hinweis: Untere Werte gelten für Wurzellagen und Zwangspositionen. Obere Werte für Füll- und Decklagen sowie PA- und PB-Schweißen. Bei hochlegierten Werkstoffen muss die Stromstärke reduziert werden.

Welche Fehler beim Lichtbogenhandschweißen gibt es und wie können sie vermieden werden?

Es gibt verschiedene Fehlerquellen für das Lichtbogenhandschweißen. Doch mit dem richtigen Vorgehen lassen sich diese vermeiden.

Die Bildung von Blasen (Magnetische Blaswirkung)

Beim Schweißen mit Gleichstrom kann es zur Bildung von Blasen kommen. Dabei handelt es sich um Einschlüsse von Schlacke, ein mangelhaftes Durchschweißen oder einen nicht ausreichenden Einbrand. All diese Fehler lassen sich auf Magnetfelder zurückführen, welche ein gleichmäßiges Schweißen erschweren können. Damit erfolgt die Ablenkung des Lichtbogens.

Magnetfelder ergeben sich zum Beispiel aus großen Stahlmassen. Dabei wird der Lichtbogen in die Richtung der Masse abgelenkt. Dagegen hilft es, die Elektrode zu neigen. Auch kann durch extra Stahlmasse oder ein Verlegen des Anschlusspunktes eine Ablenkung verhindert oder ausgeglichen werden.

Das Rücktrocknen basischer Elektroden

Basische Elektroden weisen eine hygroskopische Wirkung auf – sie binden Wasser. Daraus entsteht Wasserstoff, welcher sich im Schweißgut ablagert und zu Rissen führen kann. Daher ist es wichtig, die Elektroden richtig zu lagern. Auch kann man sie rücktrocknen, indem man sie für 30 bis 120 Minuten bei 250 bis 350 °C hält. Herstellerangaben sind dabei stets zu befolgen.

Fehlerhafte Schweißnähte – Ursachen und Abhilfe

Fehlerart Ursachen Abhilfe
Einbrandkerben Zu hohe Stromstärke, zu steile Elektrodenhaltung, zu langer Lichtbogen Stromstärke reduzieren, Elektrodenwinkel und Lichtbogenlänge korrigieren
Schlackeeinschlüsse Schlacke überschweißt, zu geringe Stromstärke, zu hohe Schweißgeschwindigkeit Schlacke vollständig entfernen, Stromstärke und Tempo anpassen
Gaseinschlüsse / Poren Verunreinigte Werkstückoberfläche, feuchte Elektrodenumhüllung, zu langer Lichtbogen Oberfläche reinigen, Elektroden trocken lagern bzw. rücktrocknen
Endkrater Elektrode zu schnell aus dem Schmelzbad gezogen Elektrode langsam zurückziehen und Krater sauber füllen
Schrumpfrisse Zu hohe Stromstärke, schlechte Werkstoffe, zu schnelle Abkühlung Stromstärke reduzieren, Werkstück vorwärmen, langsam abkühlen lassen
Wurzelfehler Zu großer Stirnflächenabstand, Schlackeeintrag in den Wurzelbereich Stirnflächenabstand korrekt wählen, Wurzellage sorgfältig schweißen

Wie wichtig ist der Arbeitsschutz beim Lichtbogenhandschweißen?

Das Lichtbogenhandschweißen ist ein manueller Arbeitsvorgang. Dabei ist der Schweißer besonderen Risiken ausgesetzt, die einen entsprechenden Arbeitsschutz unabdingbar machen.

1. Schutz vor Strahlung

Die Strahlung lässt sich in drei Arten unterteilen: sichtbares Licht, infrarotes Licht und ultraviolette Strahlung. Schweißschirme bieten einen guten Schutz, sowohl vor den sichtbaren als auch vor den unsichtbaren Lichtstrahlen. Alternativ lassen sich auch Schweißhelme bzw. automatische Schutzhelme mit entsprechend getönten Schutzgläsern verwenden. Die Arbeitskleidung muss einen UV-Schutz gegen das Verblitzen bieten.

2. Schutz vor Schlacke und Schweißtropfen

Eine weitere Gefahrenquelle stellen Teile der Schlacke dar, die wegspringen – diese können vor allem zu Augenverletzungen führen. Hinzu kommen Schweißtropfen, die die Sicht einschränken können. Gegen beides helfen Schutzbrillen mit einem seitlichen Schutz bzw. Freisichtschirme.

3. Schutz vor Gasen und Rauch

Die beim Schweißen entstehenden Gase und der Rauch stellen eine weitere Risikoquelle dar. Je nach verwendeter Elektrode können die Gase dabei inert, giftig oder sogar krebserzeugend sein. Daher ist beim Arbeiten in Räumen darauf zu achten, dass diese gut belüftet sind und die vorhandene Luft in engen Räumen abgesaugt wird, um die Belastung unterhalb der zulässigen Konzentration zu halten.

4. Schutz vor elektrischem Strom

Dann ist da noch der Strom selbst. Selbst ohne einen Lichtbogen ist der Strom als Leerlaufspannung im Werkstück und der Schweißleitung vorhanden. Auch ist er zwischen den Backen des Elektrodenhalters zu finden und an der Anschlussklemme und in der Werkstückleitung. Jede Berührung kann zu Stromschlägen mit einem tödlichen Ausgang führen. Daher müssen Schuhe mit einer entsprechenden Isolierung, geeignete Arbeitskleidung und Lederhandschuhe getragen werden.

Gefahrenquelle Risiko Schutzmaßnahme
UV- / IR-Strahlung, Lichtbogen Augen- und Hautschäden, Verblitzen Schweißschirm / Automatikhelm mit Schutzglas; UV-sichere Kleidung
Wegspringende Schlacke & Tropfen Augenverletzungen, Verbrennungen Schutzbrille mit Seitenschutz, Freisichtschirm
Schweißrauch & Gase Atemwegsschäden, toxische / krebserzeugende Gase Gute Raumlüftung, Absauganlage in engen Räumen, Atemschutz
Elektrischer Strom (Leerlaufspannung) Stromschlag, Lebensgefahr Isolierte Schuhe, Lederhandschuhe, geeignete Schutzkleidung

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Lichtbogenhandschweißen

Ein elektrischer Lichtbogen brennt zwischen der ummantelten Stabelektrode und dem Werkstück. Die dabei entstehende Hitze schmilzt beide Werkstoffe auf und verbindet sie zu einer Einheit. Die Elektrode schmilzt dabei selbst ab und dient als Zusatzwerkstoff; ihre Umhüllung erzeugt das Schutzgas. Das Verfahren funktioniert mit Gleich- oder Wechselstrom und ist für Materialdicken ab 1,5 mm geeignet.

Gleichstrom liefert einen stabileren Lichtbogen als Wechselstrom und ermöglicht eine bessere Kontrolle über den Schweißprozess. Er reduziert die magnetische Blaswirkung bei vielen Elektroden und verbessert die Nahtqualität. Als Stromquellen kommen Schweißumformer, Schweißgleichrichter und Inverter zum Einsatz. Die empfohlene Stromstärke liegt typischerweise bei 250 Ampere, was eine Einschaltdauer von 60 % ermöglicht.

Typ C (Zellulose): Rohrleitungen und Fallnähte, sehr hohe Schweißgeschwindigkeit. Typ RA (rutilsauer): Kehlnähte, nachfolgendes Verzinken/Emaillieren. Typ R/RR: Dünne Bleche, alle Positionen außer Fallnaht. Typ RC (Rutilzellulose): Universell, Montagearbeiten, wenig Schlacke. Typ RB (rutilbasisch): Rohrleitungs- und Stahlbau, Wurzellagen. Typ B (basisch): Großwanddicken-Stähle, Tieftemperaturschweißen, hohe Risssicherheit.

Als Faustregel gilt: Bei einer Elektrodenlänge von 250–350 mm beträgt die Stromstärke das 20- bis 40-Fache des Elektrodendurchmessers (z. B. Ø 2 mm → 40–80 A). Ab 350 mm Länge gilt der Faktor 30–50; ab 450 mm und Ø 6 mm der Faktor 35–60 (also 210–360 A). Untere Werte gelten für Wurzellagen und Zwangspositionen, obere Werte für Füll- und Decklagen. Bei hochlegierten Werkstoffen stets reduzieren.

Basische Elektroden haben eine hygroskopische (wasseranziehende) Wirkung. Aufgenommene Feuchtigkeit wird beim Schweißen zu Wasserstoff umgewandelt, der sich im Schweißgut ablagert und zu Wasserstoffrissen führen kann – besonders gefährlich bei hochfesten Stählen. Um das zu verhindern, werden die Elektroden für 30 bis 120 Minuten bei 250 bis 350 °C rückgetrocknet. Herstellerangaben auf der Verpackung sind verbindlich.

Mindestens: Schweißschirm oder Automatikhelm mit getöntem Schutzglas (UV- und IR-Schutz), UV-sichere Arbeitskleidung, Schutzbrille mit Seitenschutz gegen wegspringende Schlacke, Lederhandschuhe und isolierte Schutzschuhe gegen elektrischen Strom. In geschlossenen Räumen ist eine leistungsstarke Absauganlage zwingend erforderlich, da Schweißrauch je nach Elektrode toxische oder krebserzeugende Gase enthalten kann.

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