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Fachkräfte aus der Türkei für Deutschland – Personalleasing & Arbeitnehmerüberlassung

Deutschland und die Türkei haben eine lange Geschichte, was die Arbeit angeht. Heutzutage hat die Türkei mehr als 85 Millionen Einwohner. Das Land boomt, Arbeitskräfte sind bestens ausgebildet und suchen auch Arbeit in anderen Ländern. Auf dem Bau, in der Logistik, dem Maschinenbau und der Produktion gibt es viele Fachkräfte. Da in Deutschland zeitgleich der Fachkräftemangel nicht abbaut, ist die Türkei eine gute Möglichkeit, geeignetes Personal zu rekrutieren – gerade für Branchen, in denen qualifizierte Arbeitskräfte aus dem EU-Raum allein den Bedarf nicht mehr decken können.

Wichtiger Hinweis: Türkei ist kein EU-Mitglied

Anders als bei Arbeitskräften aus Polen, Slowakei oder Kroatien gilt für türkische Staatsangehörige keine EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit. Der Einsatz türkischer Fachkräfte in Deutschland erfordert eine Arbeitserlaubnis und – je nach Aufenthaltsstatus – ein Visum. Seriöse Personaldienstleister übernehmen die gesamte Abwicklung dieser Formalitäten. Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG) hat den Zugang seit 2020 jedoch erheblich erleichtert.

Sind Arbeitskräfte aus der Türkei für Bauwesen, Logistik und Produktion verfügbar?

Ja – und das in wachsendem Umfang. Die Türkei verfügt über eine junge, gut ausgebildete Bevölkerung mit starker handwerklicher und technischer Tradition. Besonders in den Bereichen Bau, Metallverarbeitung, Maschinenbau und Logistik gibt es einen tiefen Pool an erfahrenen Arbeitskräften, die bereit sind, temporär oder dauerhaft in Deutschland zu arbeiten.

Verfügbarkeit nach Branche und Qualifikation

Branche Verfügbare Berufe Qualifikationsniveau Nachfrage in DE
Bau & Handwerk Maurer, Betonbauer, Dachdecker, Trockenbauer, Gerüstbauer, Fassadenbauer Berufsausbildung, teils langjährige Erfahrung Sehr hoch
Metallbau & Schweißen Schweißer (MIG/MAG, WIG), Schlosser, Metallbauer, Stahlbauer Berufsausbildung + Zertifikate Sehr hoch
Elektrotechnik Elektriker, Elektroinstallateur, Betriebselektriker Fachausbildung Elektrotechnik Hoch
Produktion & Fertigung Maschinenbediener, Produktionshelfer, CNC-Fachkräfte Anlernfähig bis Facharbeiter Hoch
Logistik & Transport Staplerfahrer, Lagerarbeiter, Berufskraftfahrer (LKW) Staplerschein / Führerschein CE Hoch
Maschinenbau Industriemechaniker, Anlagenbauer, Monteure Facharbeiter bis Techniker Mittel–hoch
IT & Technik Softwareentwickler, IT-Administratoren, Ingenieure Studium oder vergleichbar Mittel, wachsend

Was stellt eine flexible Lösung für kurzfristigen Personalbedarf dar?

Wenn Unternehmen schnell und für einen kurzen Zeitraum Personal brauchen, ist das Personalleasing optimal. Die Vermittlung geht sehr einfach, damit saisonale Schwankungen und kurzfristige Projekte abgedeckt werden können. Der Vorteil für Unternehmen ist, dass der Personaldienstleister sich um die Arbeitsverträge, Bezahlung und alle rechtlichen Aspekte der Arbeitnehmer kümmert.

Gerade bei türkischen Staatsbürgern, für die ein Visum- und Genehmigungsverfahren erforderlich ist, macht die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Personaldienstleister den entscheidenden Unterschied: Er kennt die behördlichen Abläufe, hat bestehende Beziehungen zu den zuständigen Stellen und kann den Zeitaufwand für die Abwicklung erheblich verkürzen.

Vergleich: Direktanstellung vs. Arbeitnehmerüberlassung bei türkischen Fachkräften

Aspekt Direktanstellung (eigenes Recruiting) Arbeitnehmerüberlassung / Personalleasing
Visum & Arbeitserlaubnis Unternehmen zuständig – aufwendig und zeitintensiv Personaldienstleister übernimmt alles
Anerkennungsverfahren Eigener Aufwand, teils mehrere Monate Dienstleister koordiniert mit Behörden
Sozialversicherung & Lohnabrechnung Voller Aufwand beim Arbeitgeber Liegt beim Verleiher
Unterkunft & Anreise Muss selbst organisiert werden Oft durch Dienstleister übernommen
Flexibilität bei Bedarf Kündigungsfristen binden das Unternehmen Einsatzdauer frei wählbar (bis 18 Monate AÜG)
Risiko bei Nichteignung Probezeit, Trennungsrisiko, Kosten Austausch unkompliziert möglich

Rechtliche Rahmenbedingungen für türkische Fachkräfte in Deutschland

Die rechtlichen Aspekte sind bei türkischen Staatsbürgern komplexer als bei EU-Bürgern, aber seit der Reform des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes deutlich praktikabler geworden. Es ist nicht nur praktisch, sondern auch sicher für Unternehmen, wenn sie in der Arbeitnehmerüberlassung Fachkräfte vorübergehend einstellen. Da der Dienstleister alle Belange für den Arbeitnehmer übernimmt, hat das Unternehmen keine rechtlichen Risiken.

Die wichtigsten gesetzlichen Grundlagen im Überblick

  • Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG): Seit 2020 (und der Erweiterung 2023) können qualifizierte Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten wie der Türkei leichter nach Deutschland einreisen, wenn sie eine anerkannte Berufsausbildung oder ein anerkanntes Studium nachweisen können.
  • AÜG (Arbeitnehmerüberlassungsgesetz): Regelt die Überlassung von Arbeitnehmern – gilt auch für Leiharbeiter aus der Türkei. Höchstüberlassungsdauer 18 Monate, Equal Pay nach 9 Monaten, Mindestlohn immer anzuwenden.
  • Arbeitserlaubnis: Türkische Staatsbürger benötigen für die Beschäftigung in Deutschland eine Arbeitserlaubnis, die in der Regel zusammen mit dem Visum erteilt wird. Die Bundesagentur für Arbeit prüft in einigen Fällen den Arbeitsmarkt vorab (Vorrangprüfung – entfällt für Fachkräfte nach FEG).
  • Anerkennungsverfahren: Ausländische Berufsabschlüsse müssen in Deutschland anerkannt werden. Für Berufe im Handwerk und der Industrie übernehmen spezialisierte Stellen (z. B. IHK, HWK, anabin-Datenbank) die Prüfung. Seriöse Personaldienstleister kennen den genauen Ablauf.
  • Sozialversicherung: Solange kein Sozialversicherungsabkommen greift, zahlen türkische Arbeitnehmer in Deutschland in das deutsche Sozialversicherungssystem ein – gleich wie deutsche Arbeitnehmer.
  • Mindestlohn: Gilt uneingeschränkt – unabhängig von Herkunft und Qualifikation des Arbeitnehmers.

In welchen Branchen werden Arbeitskräfte aus der Türkei gesucht?

Es gibt einige Branchen wie den Bau, in dem schon immer Arbeitskräfte aus der Türkei gesucht werden. Mittlerweile wird aber auch viel im Bereich der Produktion, Elektrotechnik, Metallbau, dem Maschinenbau, der Logistik und seit einiger Zeit auch in der Technik und IT gesucht. Die Türkei hat sich vor allen Dingen in den Bereichen IT und Technik zu einem aufstrebenden Zentrum entwickelt, in dem es viele Fachkräfte gibt. Aber auch auf dem Bau werden mittlerweile nicht mehr nur Maurer gesucht, sondern Fachkräfte in verschiedenen Gewerken.

Bau & Handwerk – die stärkste Tradition

Die deutsch-türkische Migrationsgeschichte ist eng mit dem Baugewerbe verknüpft. Türkische Bauarbeiter, Maurer, Betonbauer und Gerüstbauer sind in Deutschland seit Jahrzehnten präsent und gut integriert. Durch die Generationen hat sich ein tiefes Verständnis für deutsche Baustandards und Qualitätsanforderungen entwickelt. Für Unternehmen im Hoch- und Tiefbau ist dies ein erheblicher Vorteil.

Metallbau & Schweißen – wachsende Nachfrage

Die türkische Industrie – besonders im Raum Istanbul und Ankara – hat in den letzten zwei Jahrzehnten massiv in Fertigungs- und Schweißtechnik investiert. Türkische Schweißer (MIG/MAG, WIG, Elektrode) und Schlosser bringen oft solide Berufserfahrung aus der türkischen Automobil- und Stahlindustrie mit und können relativ schnell auf deutsche Qualitätsniveaus eingearbeitet werden.

IT & Ingenieurwesen – aufstrebendes Potenzial

Die Türkei hat in den letzten Jahren massiv in technische Bildung investiert. Istanbul, Ankara und Izmir sind Heimat großer Technologieuniversitäten mit hohem Absolventenniveau. Türkische IT-Spezialisten und Ingenieure sind international gefragt – für deutsche Unternehmen bietet dies die Möglichkeit, qualifiziertes technisches Personal zu gewinnen, das westliche Arbeitsmethoden und -standards kennt.

Welchen Mehrwert bringt die Rekrutierung von Fachpersonal aus der Türkei?

Einer der großen Vorteile von Fachkräften aus der Türkei ist, dass sie sehr gut ausgebildet sind. Außerdem sind türkische Arbeiter sehr fleißig und passen sich gut an. Wie bereits gesagt, gibt es eine lange Tradition der Arbeit von türkischen Kräften in Deutschland. All diese Kräfte haben bereits Erfahrung auf dem europäischen Arbeitsmarkt gesammelt und kennen sich bestens mit den deutschen Gepflogenheiten und Ansprüchen der Arbeitgeber aus.

Viele türkische Arbeiter sprechen Deutsch oder Englisch. Das macht die Verständigung und Integration der Arbeitskräfte einfacher. Außerdem sind Deutschland und die Türkei sich kulturell näher, als viele denken. Von daher fällt es den Arbeitern leichter, sich in deutschen Firmen zurechtzufinden.

Vorteile türkischer Fachkräfte im Vergleich

  • Lange Migrationstradition: Türkische Arbeitnehmer haben eine über 60-jährige Geschichte in Deutschland – viele haben Verwandte hier und kennen das Land, die Sprache und die Arbeitskultur gut.
  • Deutschkenntnisse: Im Vergleich zu Fachkräften aus anderen Nicht-EU-Staaten sprechen viele türkische Arbeitnehmer Deutsch, zumindest auf Grundniveau – oft durch familiäre Verbindungen oder frühere Aufenthalte.
  • Handwerkliche Qualität: In Bereichen wie Schweißen, Metallbau und Bau genießen türkische Fachkräfte einen guten Ruf für Sorgfalt und handwerkliche Präzision.
  • Motivation: Die Bereitschaft, in Deutschland Leistung zu bringen, ist hoch – die Lohnunterschiede bieten für türkische Arbeitnehmer einen starken Anreiz.
  • Reaktionsgeschwindigkeit: Spezialisierte Personaldienstleister haben bestehende Netzwerke in der Türkei und können qualifiziertes Personal oft schneller bereitstellen als über Stellenanzeigen.

Integration im Betrieb – was zu beachten ist

  • Strukturiertes Onboarding: Einweisung in Maschinen, Sicherheitsvorschriften und betriebliche Abläufe am ersten Tag – unabhängig von Vorkenntnissen.
  • Sprachunterstützung: Zweisprachige Arbeitsanweisungen (Deutsch/Englisch oder Deutsch/Türkisch) erleichtern die Einarbeitung erheblich.
  • Fester Ansprechpartner: Eine zugewiesene Kontaktperson im Betrieb reduziert Missverständnisse und steigert die Zufriedenheit der Mitarbeiter.
  • Klare Erwartungen: Qualitätsstandards, Sicherheitsregeln und Prozessabläufe klar kommunizieren – am besten schriftlich und mit Visualisierungen.

Kosten und Wirtschaftlichkeit

Was man letztlich auch nicht vergessen darf, ist die Kostenersparnis, die Unternehmen durch die Arbeitsvermittlung haben. Das Lohnniveau ist in der Türkei niedriger als in Deutschland – von daher sind türkische Fachkräfte bereit, zu wettbewerbsfähigen Konditionen in Deutschland zu arbeiten, und haben gleichzeitig eine gute Qualität der Arbeit.

Allerdings entstehen bei Nicht-EU-Bürgern Mehrkosten durch das Visumverfahren und ggf. die Anerkennung von Berufsabschlüssen. Diese sind einmalig und werden durch einen Personaldienstleister in der Regel erheblich reduziert. Im laufenden Betrieb unterscheiden sich die Kostenstrukturen dann kaum noch von denen bei EU-Arbeitnehmern.

Kostenposition EU-Arbeitnehmer (z. B. Polen) Türkische Fachkraft (Nicht-EU)
Visumverfahren Nicht erforderlich Einmalig ca. 75–250 € + Bearbeitungszeit
Anerkennungsverfahren Meist direkt anerkannt Einmalig 100–600 € je nach Beruf und Stelle
Lohnkosten (laufend) Mindestlohn + Tarif Identisch – Mindestlohn gilt immer
Sozialversicherung Deutsches SV-System Deutsches SV-System (kein DBA-Vorteil)
Organisation durch Dienstleister Standard Aufwendiger, aber im Paket machbar

Unser Fazit zu den Kosten

Der Mehraufwand durch Visumverfahren und Anerkennungsprozesse ist real, aber einmalig und beherrschbar – besonders bei Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Personaldienstleister. Ab dem zweiten Einsatz einer türkischen Fachkraft im gleichen Unternehmen entfällt ein Großteil dieses Aufwands. Bei längerem oder wiederholtem Einsatz amortisieren sich die Einmalkosten schnell.

Häufige Fragen zu Fachkräften aus der Türkei

Ja. Da die Türkei kein EU-Mitglied ist, gilt keine Arbeitnehmerfreizügigkeit. Türkische Staatsbürger benötigen für die Erwerbstätigkeit in Deutschland ein Visum mit Arbeitserlaubnis. Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG) hat den Prozess seit 2020 deutlich vereinfacht: Wer eine in Deutschland anerkannte Berufsausbildung oder ein anerkanntes Studium vorweisen kann, hat gute Chancen auf eine zügige Visumerteilung. Ein erfahrener Personaldienstleister übernimmt die Koordination des gesamten Verfahrens.

Die Bearbeitungszeit hängt vom Beruf, der zuständigen deutschen Auslandsvertretung und dem Auslastungsgrad der Behörden ab. In der Praxis liegt sie zwischen 4 und 12 Wochen. Mit vollständigen Unterlagen und über einen erfahrenen Personaldienstleister, der die Antragsunterlagen kennt, lässt sich die Wartezeit oft verkürzen. Planen Sie bei türkischen Fachkräften generell eine längere Vorlaufzeit als bei EU-Bürgern ein.

Ja – für reglementierte Berufe (Elektriker, Pflege, bestimmte Handwerksberufe) ist die Anerkennung Pflicht. Für nicht reglementierte Berufe (Produktionshelfer, viele Bauberufe) ist sie nicht zwingend, aber empfehlenswert, da sie die Visumerteilung erleichtert. Die Anerkennung erfolgt über IHK, HWK oder die zuständige Stelle je nach Beruf. Die Datenbank anabin.kmk.org gibt Auskunft, welche ausländischen Abschlüsse in Deutschland wie bewertet werden.

Das variiert stark. Durch die lange Migrationsgeschichte sprechen viele türkische Arbeitnehmer Grunddeutsch oder haben Familienangehörige in Deutschland. Für Fachkräfte, die erstmals nach Deutschland kommen, sind Deutschkenntnisse auf B1-Niveau (Fachkräfteeinwanderungsgesetz) oder zumindest A2 für handwerkliche Tätigkeiten realistisch. Seriöse Personaldienstleister prüfen Sprachkenntnisse vorab und vermitteln nur Kandidaten, die für den jeweiligen Einsatz ausreichende Kommunikationsfähigkeiten mitbringen.

Ja, uneingeschränkt. Der gesetzliche Mindestlohn gilt für alle Arbeitnehmer in Deutschland – unabhängig von Nationalität, Herkunft oder Aufenthaltsstatus. Auch Branchenmindestlöhne (z. B. Bau, Zeitarbeit) sind verbindlich anzuwenden. Der Personaldienstleister als offizieller Arbeitgeber trägt die Verantwortung für korrekte Lohnzahlung und Sozialabgaben.

Ja. Wie bei EU-Leiharbeitnehmern kann eine türkische Fachkraft nach einer Bewährungsphase in die Stammbelegschaft übernommen werden. Da das Visum in der Regel an die Beschäftigung gekoppelt ist, muss bei einer Übernahme ein neuer Arbeitsvertrag mit dem Unternehmen als direktem Arbeitgeber geschlossen werden. Der Personaldienstleister kann hierbei beraten und die notwendigen behördlichen Schritte koordinieren.

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