Subunternehmervertrag – Die Vor- und Nachteile der Bestellung eines Subunternehmens
Die Rechtsbeziehungen und -folgen klingen kompliziert und sind auch tatsächlich einer der Nachteile, der sich aus dieser Rechtsbeziehung ergibt. Es ist zwar einfach, sich über einen Werk- oder Dienstvertrag im Rahmen eines Subunternehmervertrages die Ressourcen eines Elektrikers sozusagen einzukaufen, doch damit verliert das Hauptunternehmen die Kontrolle über dessen Arbeit und ist im schlimmsten Fall in der Pflicht, für die Minderleistung oder einen Schaden einzustellen. Die daraus entstehenden Folgen können zwar nun gegenüber dem Subunternehmen geltend gemacht werden, doch das erfordert im schlimmsten Fall einen neuen Gerichtsprozess.
Inhaltsverzeichnis
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Was sind Vorteile für Unternehmen & Subunternehmen?
- Im Zuge des Fachkräftemangels erlauben es Subunternehmen, wichtige Ressourcen zu poolen. Über Subunternehmen können diese Kompetenzen immer dann bei den einzelnen Generalunternehmen zur Verfügung stehen, wenn diese gebraucht werden. Wenn gerade kein Bedarf besteht, können dann andere Unternehmen auf diese zugreifen.
- Das macht auch die Auslastung der Arbeitskräfte effizienter und spart Geld für das Hauptunternehmen. Anstatt einen Elektriker zu bezahlen, der gerade nicht gebraucht wird, zahlt das Generalunternehmen nur dann dafür, wenn die Arbeitsleistung tatsächlich nötig ist.
- Das Hauptunternehmen hat den Aufwand und die rechtlichen Risiken, die mit einer permanenten Einstellung eines Elektrikers einhergehen. Dazu gehören das Finden und Einstellen, das Formulieren eines Arbeitsvertrages und das eventuelle Entlassen einer Fachkraft der Elektrotechnik, wenn gerade Flaute bei den Aufträgen herrscht.
Subunternehmen haben sich vor allem im Baugewerbe, der Logistik, dem IT-Bereich, dem Tourismus, der Landwirtschaft und dem öffentlichen Personennahverkehr bewährt. Hier helfen sie Kosten zu sparen, indem Bereiche der Arbeitsleistung, die nicht dem Kerngeschäft entsprechen, an andere Unternehmen übertragen werden können. Für diese Unternehmen stellt dann die jeweils erbrachte Arbeitsleistung einen Bestandteil ihres Kerngeschäftes dar, sodass sie über die Ressourcen und Erfahrung in diesem Bereich verfügt. Damit können sie die Arbeitsleistung gewöhnlich besser und schneller erbringen, als es dem Hauptbetrieb möglich wäre.
Weiterhin sind Subunternehmer in der Lage, mit ihrer Arbeitsleistung Auftragsspitzen aufzufangen. Das heißt, wann immer besonders viel Arbeit verlangt wird, können diese mit ihren Ressourcen dem Hauptbetrieb aushelfen.
Vorteile für Subunternehmen
Für das Subunternehmen ergeben sich die Vorteile einfach daraus, dass es von seinen Spezialkenntnissen und den vorgehaltenen Ressourcen profitiert. Diese Ressourcen sind dann besser ausgelastet, sodass sich ein Leerlauf bei weiter bestehenden Kosten vermeiden lässt.
Im Reise- und Tourismusbereich werden aus diesen Gründen zum Beispiel Beförderungsbetriebe oftmals als Nachunternehmen bestellt. Es können aber auch andere Leistungen, zum Beispiel Unterkünfte und die Betreuung der Touristen, auf diese Weise an andere Unternehmen übertragen werden.
Für den öffentlichen Personennahverkehr erbringen Subunternehmen weitere Beförderungsleistungen. Hier ist jedoch zu beachten, dass es eine Quote aus dem EU-Recht gibt. Danach können maximal 50 % der Beförderungsleistungen an Subunternehmen übertragen werden.
Nachteile für Subunternehmen
Zu diesem Nachteil kommt die sogenannte Nachunternehmerhaftung. Hier ist besondere Vorsicht geboten. Das Hauptunternehmen ist dafür verantwortlich, sicherzustellen, dass das Nachunternehmen die Sozialversicherungsbeiträge wie vorgeschrieben zahlt. Ist das nicht der Fall, dann haftet tatsächlich das Hauptunternehmen dafür. Es tritt also als Bürge für diese Beiträge ein. Das heißt in kurz, dass der Vorteil, auch ohne einen Elektriker im Hause ein Projekt zu übernehmen, das dessen Fachkenntnisse benötigt, mit dem Nachteil von weniger Kontrolle mit mehr rechtlicher Haftung verbunden ist. Da stellt sich die Frage, warum Hauptunternehmen überhaupt zu diesem Mittel greifen.
Welche Vorteile hat der Subunternehmervertrag für neue Unternehmen?
Für neue Unternehmen bieten Subunternehmen besondere Vorteile. Da Existenzgründer oft nur über begrenzte Ressourcen verfügen, erlauben es ihnen Subunternehmer, Teile der Aufträge und Aufgaben abzugeben. Damit können sie auch größere Projekte bearbeiten, ohne dabei Kosten zu verursachen, die dann nach dem Ende des Projektes weiter bestehen würden, wie zum Beispiel Lohnkosten und Sozialversicherungsbeiträge für neue Mitarbeiter, die für ein bestimmtes Projekt einzustellen wären.
Für Subunternehmen bietet sich der Vorteil, dass sie zuerst einmal Aufträge erhalten. Darüber hinaus erweitert sich der Kundenkreis, denn sie arbeiten oftmals mit anderen Subunternehmen zusammen und kommen in Kontakt mit dem Hauptauftraggeber. Diese können dann in der Folge das Subunternehmen selbst für spezielle Projekte bestellen. Das hilft vor allem neuen Unternehmen, die als Subunternehmen auftreten und deren Aktionsradius sich über die Arbeit für das Hauptunternehmen sich deutlich erweitert.
Schlussendlich ergeben sich so für die Haupt- und die Subunternehmen gleichermaßen die Möglichkeit, komplexere Aufgaben zu übernehmen bzw. sich dort einzubringen. Das hilft neuen Unternehmen, sich einen besseren Ruf aufzubauen und über das Projekt Folgeaufträge zu erhalten.
Diese Vorteile realisieren sich jedoch nicht immer. Grundsätzlich gibt es keinen Kontakt zwischen dem Subunternehmer und dem Hauptauftraggeber. Dementsprechend ist es nicht immer der Fall, dass sich der Kundenkreis mit einem Auftrag für Subunternehmen erweitert.
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